Aktuelle Wocheninformation

Hier finden Sie den projektbezogenen Bericht zu unserer aktuellen Arbeit.
Hinweise zu nicht erklärten Fachausdrücken finden Sie in unserem Orgelbaulexikon (pdf).


Zum letzten mal geändert am 31.01.2026


Meist am Wochenende erhalten Sie hier neueste Bilder und Informationen über unsere laufenden Projekte. Vielleicht arbeiten wir ja an einem Projekt in Ihrer Nähe, dann besuchen Sie uns doch einmal. Dieses Besuchsangebot versteht sich natürlich auch für unsere Kollegen. Wir haben keine Geheimnisse und fördern den Dialog, um als Ergebnis gute Orgeln zu erhalten.



Sanierung der Köberle-Orgel in Uhingen Heilig-Kreuz-Kirche




Heilig-Kreuz-Kirche in Uhingen



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Die Köberle-Orgel (Bj 1971) in der Uhinger Heilig-Kreuz-Kirche




Disposition (neu):


Hauptwerk:


Principal 8'

Bourdon 8' (schwellbar)

Octave 4'

Fuvola 4' (schwellbar)

Superoctave 2' (schwellbar)

Quinte 2 2/3' (schwellbar)

Mixtur 4-f. 2'

Tremulant


Rückpositivwerk:


Gedeckt 8'

Flöte 4'

Prinzipal 2'

Nasat 2 2/3'

Terz 1 3/5'

Flautino 2'

Tremulant


Pedalwerk:


Subbass 16'

Octavbass 8'

Gedecktbass 8'

Choralbass 4'

Fagottbass 16'


Koppeln:


I-Pedal, II-Pedal, II-I




Woche 5




Im Hauptwerk wurde das erste Register saniert. Hierbei müssen, aufgrund von Unzugänglichkeit, einige Pfeifen umgestellt werden. Auf dem Bild sieht man den Windstock des Principal 8' noch vor der Umarbeitung. Die Schläuche, die man seitlich herausragen sieht, verbinden die Pfeifen im Prospektfeld mit dem Windstock.






Ein neuer Windstock mit Rasteranlage wird hergestellt und ...






... die Pfeifen werden saniert. Damit die umgestellten Pfeifen stabiler stehen, werden sie an sogenannten Hochrastern angehängt. Dafür werden ...






... Haften angelötet.






Das Tenorfeld steht auch schon auf einem neuen Stock, samt Raster. Die Aktion verschafft nun den nötigen Platz auf der Windlade, damit die Arbeitsgänge für den Zugang frei werden.






In der Kirche angekommen, werden sogleich Stöcke und Windladen auf Dichtigkeit getestet. Hierbei gibt es dann Probleme. Während die Windstöcke prima dicht sind, hat die Windlade heftige Mängel: An zwei Stellen stechen jeweils drei Töne zusammen. Das bedeutet, das beim Druck auf die Taste die beiden Nebentöne leicht mitklingen. Nach langer Fehlersuche blieb nichts anderes übrig, als die Windlade an den sechs betreffenden Kanzellen auszugießen. -Eine heikle Arbeit, denn in die Kanzellen passen ca. 1,5l Leim und der sollte weder unten in die Windlade noch oben über die Stockdichtungen fliesen. Die Aufgabe ist es, die Kanzellen völlig mit Leim zu füllen und nach einer kurzen Wartezeit ...






... den Leim kontrolliert abfließen zu lassen. Zum Glück und dank penibler Vorbereitung ist alles geglückt. Die Windlade  ist wieder dicht und ...






... die Stöcke können wieder eingebaut werden.






In der Werkstatt fliegen derweil Funken. Metallarbeiten sind angesagt.






Die Mechanik für die Schwellerbetätigung muss neu ausgeführt werden, da die alte Mechanik den Belastungen nicht standhält. Also wird nach eingehender Planung die neue Mechanik hergestellt. Dazu werden Arme an dicke Metallwellen geschweißt und ...






... die Lagerungen dafür hergestellt. Die Lagerböcke werden gezinkt, da dies noch immer die stabilste Holzverbindung darstellt.






Die Welle wird, in Kugellagern gebettet, in den Wellenrahmen eingebaut.






In der Kirche werden die Wellen eingebaut und mit dem Balanciertritt am Spieltisch verbunden. Das war eine heikle Mission, da die umliegenden Tontrakturen kaum Raum zum Agieren lassen.






Der Balanciertritt hat eine neue Gummifläche erhalten, da der alte Belag verschlissen war.





Woche 4




Ui! Im Raum unter der Decke hat ein Handwerker seine DNA hinterlassen. Aber Schwamm 'drüber, die Spinnweben zeugen davon, dass die Untat schon eine Weile her ist. Vermutlich gibt es die Brauerei inzwischen auch nicht mehr. Aber warum müssen die Orgelbauer denn in der Decke rumkriechen? Ganz einfach: ...






... Die Verkabelung der Orgel wird erneuert. Hannes von der Elektrofirma Wolfrum ist da. Er übernimmt die Arbeiten an den Anschlüssen, während die Orgelbauer die Kabel in der Orgel verlegen.






Der provisorische Schalter am Spieltisch verschwindet und die Drücker werden in das Tableau an den Tasten verlegt.






Endlich gibt es auch Licht im Innern der Orgel. Ab jetzt können die Orgelbauer ihre Grubenlampen ablegen und können bei guter Arbeitsbeleuchtung ihre Aufgaben erledigen.





Woche 3




Die Öffnungen im Fußboden wurden mit Abschlussleisten versehen. Aufgrund der vielen unregelmäßigen Winkeln, eine schöne Herausforderung zum Jahresbeginn.






Nun konnte der bestehende Bodenbelag in die Felder eingepasst und wieder verklebt werden.






Die dunklen Ränder markieren die Wartungsöffnungen.






Im Hauptwerk geht es weiter. Der Tremulant streikt. Also muss er demontiert und saniert werden.






Die Pfeifen werden von der Hauptwerkswindlade abgeräumt.






Der Sauger erledigt die gröbste Vorreinigung.






Nachdem alles sauber ist und die Flächen auch noch abgewischt sind, können die Windstöcke abgenommen werden. Darunter kommen die Schleifen mit den darunterliegenden Dichtungsringen zum Vorschein.






Da die Kanzellenauslässe recht laute Blasgeräusche erzeugen, werden Filzauslässe eingebaut.






Auf dem Schwellwerksdach gibt es ebenfalls eine Menge Schmutz und Staub.






Diese Drehstrommotoren bewegen die Schleifen zur Einschaltung der Register. Die Arbeitsspindeln wurden herausgefahren und neu gefettet. Damit reduzierte sich das Arbeitsgeräusch der Schleifenzugmotoren merklich.






Im Spieltisch gibt es auch noch eine Baustelle: Die Mechanik der Schwelljalousien funktioniert nicht zuverlässig. Die Orgelbauer gehen der Sache nach. ...






... Es stellt sich heraus, dass die Mechanikkomponenten zu schwach dimensioniert wurden. Daher wurde auch schon notdürftig geschweißt und repariert.






Hier sieht man gar eine gerissene Schweißnaht, die offensichtlich den starken Beanspruchungen nicht standgehalten hat. Folglich wird die Mechanik neu gerechnet und mit stärkeren Dimensionen wieder hergestellt.





Woche 50+51




Die Registerdrücker wurden graviert und poliert.






Mehrfach wurde das Notenpult geölt, damit die Oberfläche widerstandsfähig wird.






Die Haltebügel für die Notenleuchte wurden hergestellt.






Hier sieht man das fertig montierte Notenpult mit angebauter Notenleuchte.






Am Gehäuse der Orgel sind die Füllungen aus Plattenmaterial hergestellt. Diese sind, vor allem an den Wartungszugängen viel zu groß und zu schwer. Außerdem müssen bei jedem Zugriff etliche Schrauben entfernt werden. Das wollen die Orgelbauer so nicht lassen. Also werden die Füllungen geändert. Hier auf dem Bild sieht man eine zusätzlich eingeschnittene Zugangstür, ...






... welche das Hineinsteigen in die Orgel erleichtern wird.






Die beiden Trennschnitte sind kaum zu erkennen. Somit ändert sich an der Optik nichts. Die große Füllung des Untergeäuses wurde in 3 Stücke aufgeteilt.






Am Winkelbalken gibt es viel Regulierarbeit. Aufgrund der schlechten Zugänglichkeit sind die Winkel nicht exakt reguliert und verfolgen keine Linie. Doch mit viel Mühe und so manchem Trickwurde die Problemstelle beseitigt.






Der Spieltisch wurde wieder komplettiert, damit die Orgel an Weihnachten genutzt werden kann. Auch die neue Pedalbeleuchtung ist bereits in Betrieb.



An dieser Stelle wünschen wir allen treuen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2026!





Woche 49




Die Klaviaturen wurden soweit fertiggestellt. An den Obertasten fallen noch die abgegriffenen Tastenkörper auf (Taste rechts gedrückt).






So sieht das an einer einzelnen Taste aus. Gut zu erkennen, wie weit die Farbe bereits abgegriffen ist.






Die betreffenden Tasten wurden nachgeschwärzt.






Fertig zum Einbau.






Als zusätzliche Arbeit wurden Waagebalkenleisten hergestellt und eingebaut. Nun werden die Tasten beim Spielen nicht mehr aus ihren Lagern gehebelt.






In der Kirche wurden die Trakturböden gereinigt, genauso auch die ...






 ... Winkelbalken und Wellenbretter.






Die Klaviaturen wurden wieder in den Spieltisch eingebaut.





Woche 48




Die Pedalklaviatur wurde grundsaniert. Sie hat neue Obertastenbeläge erhalten. Außerdem wurden sämtliche Verschleißteile wie Garnierungen und Polster erneuert. Damit ist die Pedalklaviatur wieder fast wie im Neuzustand.






Die Klaviaturen im Spieltisch werden freigelegt. Sämtliche Anbauteile und Registerstaffeleien wurden entfernt.






Unter den Klaviaturen hat sich eine Menge Staub angesammelt.






Der entkernte Spieltisch von der Rückseite her gesehen.






Nun wird erstmal alles gereinigt. Anschließend werden sämtliche Lagerstellen inspiziert und gewartet.






An den Registerschaltern und an den Züngchenschaltern für die Freien Kombinationene sind etliche Lötstellen zu kalt gelötet und verursachen Kontaktschwierigkeiten. Daher müssen die Anschlüsse nachgelötet werden.






Alle Kontaktstellen der Schalter werden geöffnet und die Kupferplättchen von Oxid befreit. Hier sieht man den stark oxidierten Kontakt und ...






... hier den blank gereinigten.






Ein paar Schalter sind sehr wackelig. Beim näheren Hinschauen zeigt sich Grund: Manche Achsen sind aus den Lagerstellen Herausgelaufen. Also werden sie zurückgeschoben und an den Enden gegen neuerliches herauslaufen gesichert.






Die Registerstaffel konnte zunächst aufgrund der zu engen Verkabelung gar nicht ausgebaut werden. Die Zuleitungen mussten erst gekappt werden. Damit künftige Reparaturen ohne einen solchen Eingriff möglich sind, wurden die Anschlusskabel verlängert (blaue Leitungen rechts im Bild) und lösbar gemacht.






Die Klaviaturen wurden in die heimische Werkstatt transportiert. Hier sollen sie saniert werden. Beim Ausbau der Tasten zeigt sich viel Schmutz auf den Vorderpolstern. -Nach jahrzehntelangem Gebrauch ist das ein normaler Umstand.






Ein gebrochener Tastenbelag, der einmal notdürftig repariert wurde. Er wird ausgetauscht.






Auch der Motorkasten hat den Weg nach Bünzwangen angetreten. Er muss zur Verbesserung der Lärmdämmung aufgedoppelt und neu gedämmt werden.






Unterdessen fliegen im Maschinenraum die Späne: Der Zuschnitt für das neue Notenpult wird gemacht, damit das Material entspannen kann. Ein schöner Nussbaum, welcher einst in Sulpach gestanden hat, wird für das Notenpult verwendet.






In der Orgel werden auch Registeränderungen stattfinden. Um diese vorzubereiten, müssen neue Holzpfeifen hergestellt werden. Die dafür erforderlichen Kernblöcke und die Blöcke für die Spunde wurden verleimt.






Hier sieht man die Wandungen für die neuen Holzpfeifen als Zuschnitt. Sie sind luftig gestapelt, damit sie sich aklimatisieren können.





Woche 46 + 47




Ein Heimspiel für die Orgelbauer aus Bünzwangen: Es geht in die Heilig-Kreuz-Kirche nach Uhingen, den Nachbarort. Dort werden die beiden Bünzwanger die nächsten Monate nun verbringen. Zunächst kommt eine Aufgabe mit ungewissem Ausgang auf sie zu: Die Wartungsöffnungen im Boden sind zugeklebt und mit Nadelfilz abgedeckt. Also müssen die beiden zunächst herausfinden, wo sich die Zugänge befinden und dann den Bodenbelag ablösen.






Hier sieht man, wie wichtig diese Aufgabe war. Vor dem Spieltisch verbergen sich mechanisch relevante Bauteile und der Balg für das Rückpositivwerk.






Unter dem Boden hinter dem Spieltisch liegt eine Station mit allerlei mechanischen Umlenkungen und die Schwellmechanik.






Zunächst wurden alle Bälge aus der Orgel entnommen. Sie müssen in der Werkstatt mit neuem Leder bezogen werden. Auch solche kleinen Bälge, wie dieser hier, werden neu gemacht. Dieser ist für die Bewegung des Koppelbalkens für die Manualkoppel zuständig.






Die Arbeitsbälge für die Pedalkoppeln befinden sich "hinter Gitter". Die Demontage gestaltet sich hierbei etwas schwieriger.






In den Bälgen der beiden Manualwerke befinden sich zusätzlich Tremulantenbälge. Auch diese erhalten neue Lederfalten. Hier wird gerade der Tremulantenbalg des Hauptwerks wieder eingebaut.






Der Balg des Rückpositivwerks ohne Lederfalte. Im Innern ist die Mechanik für die Regulierung gut zu erkennen. Hier müssen alle Verbindungen gelöst, gesäubert, geschmiert und wieder montiert werden.






Die Regulierventile sind total verrußt. Sie müssen gesäubert werden.






Die neu belederte Balgfalte für das Rückpositiv.






Und hier ist er auch schon eingebaut. Die schwarzen Federn erzeugen den Druck auf die Balgplatte.